

Der Speichermarkt blockiert den Kalender. Was Totoki sagte, was die PS5 heute kostet und was offen bleibt
Soleback Team
Im Interview mit dem „Wall Street Journal" vom 17. August 2026 bestätigte Sony-Chef Hiroki Totoki, dass kein Releasetermin für die PS6 feststeht
Grund ist der Speichermarkt: die Preise sollen das gesamte Geschäftsjahr 2027 über sehr hoch bleiben
Sony will Hardware der nächsten Generation nicht mit erheblichem Verlust verkaufen, Analysten nennen 900 bis 1.000 Dollar
Die Standard-PS5 kostet nach der Erhöhung vom 2. April 2026 649,99 Dollar und 649,99 Euro
Das Unternehmen prüft verschiedene Szenarien, einschließlich einer Änderung des Geschäftsmodells
Zwei Aussagen sollte man trennen, weil sie in der Berichterstattung meist verschmelzen.
Im August-Interview mit dem „Wall Street Journal" sprach Totoki vor allem über Sonys Wandel von der Unterhaltungselektronik zur Entertainmentbranche, die inzwischen rund zwei Drittel des Umsatzes ausmacht. Die Konsole kam bei der Frage nach globaler Bauteilknappheit und Handelskonflikten zur Sprache. Dort fiel der Satz, man müsse handeln, sonst überlebe man in diesem Umfeld nicht, und die Zeitung hielt fest, dass intern weiterhin kein Releasetermin für die PS6 steht.
Die Aussage zum Preis stammt dagegen aus dem Mai, aus der Bilanzkonferenz: Sony habe weder über Zeitpunkt noch über Preise entschieden und wolle die Lage beobachten. Das August-Interview ist genau deshalb relevant, weil sich nach drei Monaten nichts bewegt hat.
Die Chiphersteller haben Kapazitäten auf margenstarke Bausteine für KI-Rechenzentren umgelenkt, Unterhaltungselektronik steht hinten an. Die Schätzungen zum Preisanstieg unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitraum, bewegen sich aber in der Größenordnung des Fünf- bis Sechsfachen binnen eines Jahres.
Sony geht davon aus, dass die Preise das ganze Geschäftsjahr 2027 über sehr hoch bleiben, weil das Angebot knapp bleibt. Die Speicherhersteller investieren bereits in neue Kapazitäten, spürbare Entlastung wird aber nicht vor 2027 erwartet, nach manchen Analysen erst Anfang 2028.
Für die Konsole hat das technische Folgen. Leaks nannten 30 GB GDDR7 gegenüber 16 GB in der PS5, und Teile der Berichterstattung deuten darauf hin, dass Sony eher eine Kürzung auf 24 GB erwägt als eine weitere Verschiebung.
Die laufende Versorgung ist davon vorerst nicht betroffen. Sony bestätigte Speicherreserven für den Rest des Jahres, was vor dem GTA-6-Start im November relevant ist.
Konsolen werden in der zweiten Zyklushälfte üblicherweise billiger. Die PS5 hat das Gegenteil getan, und zwar zweimal. Die Erhöhung wurde am 27. März 2026 angekündigt und trat am 2. April in Kraft, begründet mit anhaltendem Druck im globalen wirtschaftlichen Umfeld.
Stand nach der letzten Erhöhung:
PS5 mit Laufwerk: 649,99 Dollar und 649,99 Euro, gegenüber 499,99 Dollar zum Start 2020 und 549,99 Dollar im August 2025
PS5 Digital: 599,99 Dollar und 599,99 Euro, gegenüber 399,99 Dollar zum Start und 499,99 Dollar im August 2025
PS5 Pro: 899,99 Dollar und 899,99 Euro, gegenüber 749,99 Dollar im August 2025
Zwei Zahlen, die man auseinanderhalten sollte. Die Standard-PS5 kostet 150 Dollar mehr als am Erscheinungstag, also 30 Prozent mehr als 2020. Im vergangenen Jahr allein, gerechnet ab 549,99 Dollar, beträgt der Anstieg 18 Prozent. Beides ist zu diesem Zeitpunkt im Lebenszyklus einer Konsole ungewöhnlich.
Sony erklärte im Juni, Hardware der nächsten Generation nicht mit erheblichem Verlust verkaufen zu wollen. Analysten leiten daraus eine Spanne von 900 bis 1.000 Dollar ab, manche nennen 1.000 als Untergrenze statt als Obergrenze. Sony hat diese Rechnungen weder bestätigt noch dementiert.
Ähnliche Prognosen gelten für die nächste Xbox unter dem Codenamen Project Helix. Derselbe Speichermarkt belastet beide Unternehmen.
Analysten nannten lange das Ende von 2027. Die Bauteilknappheit hat diese Erwartungen nach hinten verschoben, und Bloomberg berichtete im Februar über eine erwogene Verschiebung auf 2028 oder sogar 2029.
Wichtiger als das Datum ist eine andere Aussage: Totoki sprach davon, verschiedene Simulationen zu prüfen, einschließlich einer Änderung des Geschäftsmodells. Das wiegt schwerer als eine Verschiebung um ein Jahr.
Fakten und Schlussfolgerungen sollte man trennen.
Sony hat angekündigt, ab Januar 2028 die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele einzustellen. Daraus wird verbreitet geschlossen, die PS6 werde kein Laufwerk haben, doch das ist eine logische Folge und keine offizielle Ankündigung. Weder Spezifikationen noch das Fehlen eines Laufwerks sind bestätigt, ebenso wenig die Abwärtskompatibilität mit physischen Sammlungen.
Sicher ist dagegen, dass der größte Konzern der Branche öffentlich einräumt, seinen eigenen Releasekalender nicht zu kontrollieren.
Ein Termin steht nicht fest. Analysten nannten das Ende von 2027, die Erwartungen haben sich nach hinten verschoben, Bloomberg schrieb über 2028 oder 2029.
Sony hat keinen Preis genannt. Analysten schätzen 900 bis 1.000 Dollar, ausgehend von der Aussage, keine Hardware mit erheblichem Verlust zu verkaufen.
Die Nachfrage der KI-Rechenzentren hat die Produktionskapazitäten für Speicherbausteine aufgekauft. Sony rechnet mit sehr hohen Preisen im gesamten Geschäftsjahr 2027.
649,99 Dollar und 649,99 Euro mit Laufwerk, 599,99 als Digital und 899,99 als Pro, nach der Erhöhung vom 2. April 2026.
Sony hat das weder bestätigt noch dementiert. Ab Januar 2028 endet die Disc-Produktion für neue Spiele, was viele als Indiz werten.
Sony hat Speicherreserven für den Rest des Jahres bestätigt.
Der nächste Anhaltspunkt ist Sonys kommende Bilanzkonferenz und die Frage, ob die Antwort zum PS6-Termin erneut identisch ausfällt. Bis dahin bleibt die PS5 die einzige PlayStation im Handel, zu den Preisen nach der Aprilerhöhung.
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