

Die besten Laufschuhe für Herbst und Winter 2026: Grip, GORE-TEX und was den Aufpreis wert ist
Sechs Modelle in vier Szenarien, Testwerte zum Grip und wann die Membran stört
Soleback Team
Die besten Laufschuhe für Herbst und Winter 2026: Grip, GORE-TEX und was den Aufpreis wert ist
Laufen im Winter stellt andere Anforderungen als im Sommer. Dämpfung rückt in den Hintergrund, und an ihre Stelle treten Grip auf Nässe und Eis sowie Schutz vor Wasser. Unten die Modelle, die das tatsächlich leisten, aufgeteilt nach vier Einsatzszenarien.
Das Wichtigste in Kürze
Brooks Ghost 17 GTX hat den besten Grip im Test: 34 Prozent über dem Durchschnitt auf nassem Beton
Nike Vomero 18 GTX bietet die beste Dämpfung, besonders für Fersenläufer
HOKA Clifton GTX für alle, die mehr Grip wollen, ohne auf Trailschuhe zu wechseln
Saucony Peregrine 15 GTX für Matsch, Schnee und Gelände, mit der Option, Spikes einzudrehen
GORE-TEX-Versionen kosten meist rund ein Fünftel mehr und sind schwerer, steifer und weniger atmungsaktiv
Zuerst eine Entscheidung: brauchst du überhaupt GORE-TEX
Diese Frage gehört vor die Modellwahl, denn die Antwort ändert alles.
Eine GORE-TEX-Membran ist nicht umsonst zu haben. Labortests zeigen, dass der Brooks Ghost 17 GTX die niedrigstmögliche Atmungsnote erhielt, eins von fünf, weil durch den Schaft weder Licht noch Rauch dringt. Im Winter ist das ein Vorteil, denn die Wärme bleibt im Schuh. Bei Plusgraden und intensivem Tempo wird es zum Nachteil, weil der Fuß schwitzt.
Dazu kommt der Preis. Die Fassung mit Membran kostet meist rund ein Fünftel mehr als dasselbe Modell ohne sie. Das ist ein Aufpreis für eine einzige Eigenschaft, du solltest dir also sicher sein, dass du sie brauchst.
Wann es sich lohnt: wenn du bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter läufst, im Regen, bei Schneematsch oder durch Pfützen.
Wann nicht: wenn dein Winter überwiegend aus Plusgraden und trockenem Asphalt besteht. Dann ist ein reguläres Modell mit guter Sohle plus dickere Socke die bessere Wahl.
Für Asphalt: wenn es auf Grip ankommt
Brooks Ghost 17 GTX

Die erste Wahl, wenn das Hauptproblem rutschiger Untergrund heißt.
Die RoadTack-Gummimischung erreichte im Test einen Reibungskoeffizienten von 0,67 auf nassem Beton, also 34 Prozent über dem Durchschnitt. Das ist der höchste Wert unter den Winterschuhen und übersetzt sich in echtes Kontrollgefühl auf vereisten Wegen und frischem Pulver.
Der Grip geht dabei nicht zulasten der Haltbarkeit. Im Abriebtest verlor die Sohle lediglich 0,5 mm.
Der Schnitt fällt großzügig aus, an der breitesten Stelle 97,6 mm, also 2,4 mm über dem Durchschnitt. Im Winter zählt das, weil eine dickere Socke ohne Druck hineinpasst.
Nachteil: die Dämpfung ist auf Komfort ausgelegt, nicht auf Dynamik. Bei höherem Tempo hilft der Schuh nicht, für Intervalle nimmst du besser etwas anderes.
Nike Vomero 18 GTX

Die beste Dämpfung unter den Schuhen mit Membran, besonders für Läufer, die auf der Ferse landen.
Die Ferse misst 42,2 mm und liegt damit über dem Durchschnitt, die Stoßdämpfungsbewertung erreicht 145 Punkte. In der Praxis heißt das, dass harte Landungen und Unebenheiten deutlich gedämpft werden.
Die Storm-Tread-Außensohle ist für Nässe ausgelegt und leitet Wasser zur Seite ab. Der Reibungskoeffizient auf nassem Beton liegt bei 0,64, also 23 Prozent über dem Durchschnitt.
Nachteil: derselbe wie beim Brooks. Die Mittelsohle gibt wenig zurück, der Schuh glänzt also auf ruhigen, gleichmäßigen Kilometern und nicht im Tempotraining.
HOKA Clifton GTX

Die Lösung für alle, die auf Asphalt laufen und etwas mehr Grip wollen, ohne auf Trailschuhe umzusteigen.
Es ist der bekannte Clifton mit voller Wasserdichtigkeit und einer GORE-TEX-Invisible-Fit-Membran, die nicht aufträgt. Die Durabrasion-Sohle hat Noppen namens Traction Pods, die etwas weiter herausstehen als ein normales Profil, aber deutlich weniger als die Stollen von Trailschuhen.
Nachteil: die GTX-Fassung ist steifer und schwerer als der reguläre Clifton, und auf Eis bleibt der Grip durchschnittlich. Das ist ein Schuh für nassen Asphalt, nicht für vereiste Wege.
Vom Asphalt ins Gelände
Nike Pegasus Trail GORE-TEX

Der beste Kompromiss, wenn deine Runde in der Stadt beginnt und im Park oder Wald endet.
Schaft aus GORE-TEX-Material, ein höherer Abschluss am Knöchel, der Schnee fernhält, und eine Zunge mit Belüftungsausschnitten. Das Profil ist ausgeprägt genug für Schnee und flach genug, um auf Beton nicht zu stören.
Der leichte Schaum gibt dabei brauchbaren Rückstoß, Tempoanstiege sind also möglich, was in dieser Kategorie nicht selbstverständlich ist.
Brooks Cascadia 19 GTX

Ein Geländeschuh mit Steinschutzplatte in der Mittelsohle, die nebenbei die Stabilität erhöht. In dieser Generation ist er rund 6 Gramm leichter als die Cascadia 18, und die Sprengung sank von 8 auf 6 mm.
Gut zu wissen: die Fassung mit Membran ist spürbar teurer als die reguläre, und diese Generation hat auch gegenüber der vorherigen zugelegt.
Für Matsch, Schnee und echtes Gelände
Saucony Peregrine 15 GTX

Der stärkste Vorschlag, wenn du dort läufst, wo es gar keinen Asphalt gibt.
Die Sohle hat aggressive Gummistollen im Chevron-Muster, dicht gesetzt von der Ferse bis zu den Zehen. Sie geben Sicherheit unter den schlechtesten Bedingungen, und Tester nennen dieses Modell als erste Wahl in schwerem Gelände.
Die GORE-TEX-Invisible-Fit-Membran hält den Fuß trocken, ohne aufzutragen, und der Schuh bleibt nah am Boden, was der Stabilität zugutekommt.
Zwei Details, die man kennen sollte: man kann Spikes eindrehen, und der Hersteller hat die Stellen markiert. Dazu erleichtern ein D-Ring an den Zehen und eine Schlaufe an der Ferse das Anbringen von Gamaschen.
In dieser Generation ist die Mittelsohle weicher und der Schaft bequemer als zuvor.
Für Eis: eine eigene Kategorie
Icebug Järv Gaiter BUGrip GTX

Wenn dein Winter tatsächlich aus vereisten Wegen besteht, reicht ein gewöhnlicher Schuh mit Membran nicht.
Dieses Modell hat eine integrierte niedrige Gamasche im Schaft, die Schnee und Partikel am Knöchel fernhält, ohne dass es sich völlig abgeschlossen anfühlt. BUGrip steht für in die Sohle eingelassene Spikes.
Der Nachteil ist erheblich: das ist ein sehr schwerer Schuh, rund 354 Gramm, und man merkt es ab dem ersten Schritt. Tempoorientierte Läufer werden enttäuscht sein.
Tester bringen es knapp auf den Punkt: beim Laufen auf Eis ist das Ziel nicht Geschwindigkeit, sondern heil nach Hause zu kommen. Dafür taugt dieser Schuh besser als alles andere.
Was es nicht mehr gibt
Zwei Änderungen, die Rückkehrer überraschen können.
Der Saucony Triumph 23 hat keine GORE-TEX-Fassung mehr. Der nächstliegende Ersatz bietet ähnliche Dämpfung bei ähnlichem Gewicht, aber ohne Variante in breiterem Schnitt.
Der Saucony Kinvara bleibt im Programm als sehr leichter Trainingsschuh, verlor aber ebenfalls die wasserdichte Variante.
Was wählen: die Kurzfassung
Überwiegend Asphalt, Priorität Grip: Brooks Ghost 17 GTX
Überwiegend Asphalt, Priorität Dämpfung: Nike Vomero 18 GTX
Asphalt, etwas mehr Grip ohne Trailprofil: HOKA Clifton GTX
Stadt plus Park oder Wald: Nike Pegasus Trail GORE-TEX
Gelände, Matsch, Schnee: Saucony Peregrine 15 GTX
Echtes Eis: Icebug Järv Gaiter BUGrip GTX
Wo man in Deutschland kauft
Die folgenden Shops führen Laufschuhe der genannten Marken, und Einkäufe über Soleback bringen einen Teil des Bestellwerts zurück:
Bei Laufschuhen mit Membran, deren Preise im dreistelligen Bereich beginnen, schlägt selbst ein niedriger Prozentsatz in einen realen Betrag um, ein Vergleich der Sätze lohnt sich also.
Der Klick über Soleback muss der letzte vor dem Shop sein, gutgeschrieben wird nach Ablauf der Rücksendefrist.
Ein Blick in unsere Rubrik mit Aktionen lohnt ebenfalls, denn GTX-Modelle werden meist im Spätwinter günstiger, wenn die Saison ausläuft.
Drei Dinge vor dem Kauf
Nimm eine halbe Nummer größer, wenn du in dicken Socken läufst. Der Ghost 17 GTX löst das über den breiteren Schnitt, die meisten Modelle nicht.
Die Membran ersetzt kein Profil. Der Clifton GTX hält den Fuß trocken, auf Eis hilft er nicht. Wasserdichtigkeit und Grip sind zwei verschiedene Eigenschaften, und du musst entscheiden, welche dein Problem ist.
Kauf GTX nicht für das ganze Jahr. Bei Plusgraden wird die fehlende Atmungsaktivität lästig. Das ist ein Saisonschuh und kein Ersatz für das Basismodell.
Häufige Fragen
Welcher Winterschuh hat den besten Grip?
Der Brooks Ghost 17 GTX mit einem Reibungskoeffizienten von 0,67 auf nassem Beton, 34 Prozent über dem Durchschnitt.
Ist GORE-TEX zum Winterlaufen nötig?
Nicht immer. Sinnvoll ist es um den Gefrierpunkt und darunter sowie bei Regen und Schneematsch. Bei Plusgraden und trockenem Asphalt stört es, weil der Fuß schwitzt.
Wie viel teurer ist die Fassung mit Membran?
Meist rund ein Fünftel mehr als dasselbe Modell ohne Membran.
Welcher Schuh für vereiste Wege?
Der Icebug Järv Gaiter BUGrip GTX mit in die Sohle eingelassenen Spikes. Er ist schwer, aber unter diesen Bedingungen gibt es keine sinnvolle Alternative.
Taugen Trailschuhe für Asphalt?
Der Nike Pegasus Trail ja, wegen des flachen Profils. Der Saucony Peregrine mit seinem aggressiven Chevron-Profil nicht, denn auf Beton nutzt er sich schnell ab.
Gibt es den Saucony Triumph noch mit GORE-TEX?
Nein. Das Modell verlor die wasserdichte Variante, ebenso wie der Kinvara.
Fazit
Im Winter läuft die Wahl auf eine Frage hinaus: ist dein Problem Wasser oder Grip. Das sind zwei verschiedene Dinge, und die meisten Käufer verwechseln sie.
Geht es um Wasser, genügt irgendeine GTX-Fassung deines Lieblingsmodells. Geht es um Grip, zählt das Profil, und den stärksten Testwert liefert der Brooks Ghost 17 GTX. Und wenn wir von echtem Eis sprechen, braucht es Spikes, die kein Straßenschuh ersetzt.
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